… und die Tatsache, dass meine Homepage nun geschlagene 2 Jahre offline war und ich während dieser Zeit etliche Internetseiten für Kunden erstellt habe, zeugt eindeutig davon, dass man sich selber anscheinend weitaus weniger gerecht werden kann, als irgendjemandem sonst. Und dann gibt es da noch die kleinen Hindernisse, die sich einem jeden Tag wieder in den Weg stellen.

Zeit, die einem immer fehlt, weil man sie kurioserweise immer nur für andere hat und die einen so schnell verändert, dass man seine eigenen Bedürfnisse ständig neu überdenken muß.

Ideen, die an jeder Ecke auf einen einprasseln und die man für sich selber nutzen möchte, obwohl man weiß, dass sie in ihrer Vielzahl ein komplettes Chaos ergeben würden. Manche davon kann man einfach aussitzen. Abwarten, bis sie an Verlockung verlieren. Andere setzen sich lebenslang fest, brodeln und schwappen dann und wann über. Und dann gibt es die, die einen beim ersten Blick vom Hocker hauen, um kurze Zeit später nur noch das Gefühl zu hinterlassen, dass man vielleicht doch eher in einer merkwürdigen Lebenskrise gesteckt hat und die Euphorie von vorgestern schon nicht mehr recht nachvollziehen kann.

Fleiß, an dem es oftmals mangelt während man sich an anderen Tagen fast zu überschlagen droht und vor lauter Tatendrang genau das Falsche macht.

Hartnäckigkeit, das Festbeißen an der einen Sache, die einen nicht so recht loslassen will. Anfangen ist gar nicht so das Problem. Das Dranbleiben macht einem zu schaffen. Ein Projekt bis zum Ende durchziehen, konsequent und immer auf dem einen, richtigen Weg. Es kommt fast immer der Moment, an dem einem die Zeit, die Ideen oder der Fleiß im Wege stehen und stolpern lassen.

Mein Problem war, dass ich genau diese vier Hindernisse wunderbar nehmen kann, wenn es nicht um mich geht. Die eigene Homepage ist sowas wie ein lebenslages Projekt und sollte gut durchdacht sein, klar. Aber was macht man, wenn man zwanghaft in alles die Nase reinstecken muß? Wenn man tagtäglich auf Neues stößt, das man immer noch einen Tacken besser findet, als das, was man gestern noch für das Ultimo gehalten hat? Und dann gilt es auch noch die Entscheidung zu treffen, was man der Welt da draussen überhaupt preisgeben will? Wen interessiert das, was man tut? Und will man überhaupt, dass es die, die es interessiert, sehen? Oder wollte man eigentlich genau die anderen auf seiner Seite sehen?

Ich habe mir das lange durch den Kopf gehen lassen und schließlich einfach kapituliert. Das World-Wide-Web hat seine Eigendynamik entwickelt und überflutet uns mit Informationen und großartigen und erschreckenden Ideen. Und jeder muß für sich selber Erfahrungen machen und Entscheidungen darüber treffen, was man der Welt preis geben will. Mein Teil ist also hier zu sehen. Nicht mehr und nicht weniger als das, was ich preiszugeben bereit bin. Und wem es nicht gefällt – und das ist das Schöne am WWW – der reist einfach weiter.

Und deshalb ist mein persönliches Projekt für dieses Jahr: Ich nehme die Zeit, die Ideen, den Fleiß und die Hartnäckigkeit als das was sie sind, nämlich die besten Voraussetzungen um schöne Dinge zu schaffen!